Tour Creator: Ferne Orte ins Klassenzimmer holen.

Googles neuer Tour Creator wurde für Schulen entwickelt. Mit ihm können Schülerinnen und Schüler jeden beliebigen Ort der Welt vorstellen. Die Tour lässt sich im Browser betrachten oder gar mit einer VR-Brille.

Google hat bereits einige Apps und Tools mit VR- und AR-Inhalten herausgebracht, welche von Schulen nur mässig genutzt wurden. Der Internetriese hat erkannt, dass Lehrpersonen und Klassen lieber ihre eigenen Touren erstellen möchten. Das ist mit dem neuen Tool nun möglich. Die ganze Pracht entfacht der Creator mit einer VR-Brille wie dem Google Cardboard, welche aus fast jedem Smartphone hergestellt werden kann. Aber auch der Magic-Window-Mode im Browser ist beeindruckend.

 

Das Fotomaterial

Die Stationen basieren auf 360° Bildern, welche selbst erstellt und hochgeladen werden können. Dies kann man – die richtige App vorausgesetzt – mit jedem Tablet oder Smartphone tun. Die meisten Nutzer werden jedoch auf Googles Streetview zurück greifen, welche im Tour Creator integriert ist. Schliesslich hat Google fast jede Sehenswürdigkeit und jeden berühmten Ort dieser Welt bereits im 360°-Modus fotografiert.

 

Eine Tour erstellen

Die Erstellung einer Tour ist denkbar einfach. Zuerst wird der gewünschte Ort auf der Weltkarte gesucht. Wie man sich von Streetview gewohnt ist, kann man das gelbe Männchen an eine beliebige blau eingefärbte Strasse setzen und sich mittels Pfeiltasten fortbewegen. Hat man den gewünschten Ort gefunden, so kann man diese Szene mit Titel und Beschreibung versehen. Nun dreht man sich virtuell umher und setzt bei allen Elementen, welche man vorstellen möchte, einen „Point of Interest“. Hier lassen sich Hintergrundinformationen hinterlegen oder sogar eigene Fotos hochladen.

Man kann beliebig viele Szenen aneinander reihen, sodass eine richtige Tour entsteht. Sehen Sie hier ein englischsprachiges Beispiel.

 

Publizieren

Die Tour wird zu Googles Poly hochgeladen, der Link lässt sich direkt teilen. Man kann Touren versteckt veröffentlichen, so dass sie nur von Leuten angesehen werden kann, welche den Link kennen. Noch dieses Jahr soll es möglich sein, die Tour in der „Expeditionen“-App anzusehen.

 

Anwendungsmöglichkeiten

Da Google Streetview auch interessante Orte ausserhalb des Strassennetzes fotografiert, kann man virtuell Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt begehen. Ich lasse mal meiner Fantasie freien Lauf und liste ein paar Möglichkeiten auf, welche mir spontan für den Unterricht in den Sinn kommen:

  • Exkursionen: Eigene 360°-Aufnahmen mit Tablets während eines Ausfluges erstellen und beschreiben
  • Biologie: Weiterarbeit nach einem Zoobesuch
  • Forschen: Orte miteinander vergleichen. Zum Beispiel Baustile rund um den Globus.
  • Geschichte: Historische Informationen in einem virtuellen Burgrundgang oder bei der Begehung des Kolosseums
  • Heimatkunde: Vorstellen der wichtigsten Orte im Schulort
  • Kultur & Religion: Besichtigung religiöser Stätten
  • Schulhaus: Eigene 360°-Bilder mit Tablets erstellen und das Schulhaus auf der Homepage vorstellen
  • Geografie: Vorstellen entfernt gelegener Orte

 

Kritikpunkt

Leider lassen sich momentan noch keine Filmsequenzen und Tonaufnahmen integrieren. Letzteres soll folgen. Für das Erstellen einer Tour wird ein Google-Account benötigt. Bei Google-Produkten ist das so eine Sache mit dem Datenschutz. Ich empfehle deshalb, für die Klasse eine separate Gmail-Adresse zu erstellen, welche Kinder-unabhängig ist und von der Lehrperson verwaltet wird. Und auch hier gilt: Es gehören keine Namen und Fotos der Kinder ins Internet.

 

Zum Tour Creator

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