Fernunterricht: Neue Inhalte nachhaltig einführen

Damit die Schülerinnen und Schüler zuhause erfolgreich neue Lerninhalte erarbeiten können, müssen sie sich intensiv mit dem Stoff auseinander setzen. Mit einem Lernfilm alleine ist es noch nicht getan.

Vorneweg: Selbstverständlich ist die hier vorgestellte Methode nicht die einzige Möglichkeit, neue Lerninhalte aus der Ferne einzuführen. Es handelt sich aber um ein umfassendes und getestetes System, welches viele Anforderungen auf einmal erfüllen kann.

Anforderungen

Ein Lernfilm kann mit dem Frontalunterricht verglichen werden. Beides hat seine berechtigte Existenz in der Methodenvielfalt, muss für nachhaltiges Lernen jedoch mit weiteren Methoden ergänzt werden. Hier bietet die digitale Lösung sogar Vorteile.

Um erfolgreiches Lernen von neuen Inhalten zu ermöglichen, muss sichergestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler stets mitdenken und den Erklärungen genau folgen. In Ihrem Frontalunterricht würde dies Verständnisfragen entsprechen. Der Vorteil in der digitalen Ausführung ist es, dass von allen Kindern eine Antwort erwartet wird. Passives Zuhören liegt nicht drin.

Wichtig ist es, dass Schülerinnen und Schüler nach jeder Antwort sofort eine Rückmeldung erhalten, ob sie mit ihrer Lösung richtig gelegen haben. Falls die Lösung falsch war, benötigt das Kind sofort eine Erklärung zur richtigen Antwort und was der Überlegungsfehler gewesen ist.

Die Lehrperson andersrum benötigt formative Rückmeldungen über jeden kleinen Lernschritt um zu wissen, welche Kinder welche Schritte verstanden haben. So kann individuell noch Unterstützung angeboten werden.

Diese Anforderungen klingen nach einem komplexen System. Doch so kompliziert ist es gar nicht. Das kostenlose Tool Playposit kann alle diese Ansprüche erfüllen. Lesen Sie hier, wie genau das geht. Doch alles der Reihe nach.

Der Lernfilm

Die Basis bildet ein Lernfilm. Diesen können Sie selbst erstellen und einbinden oder einen bestehenden von YouTube nehmen. Über die Erstellung von Lehrfilmen habe ich schon zahlreiche Blogbeiträge erstellt. Deswegen gehe ich hierauf nicht weiter ein.

Die digitale Lehrperson

Der Lernfilm lässt sich in Playposit einbetten, welches den Film an von Ihnen definierter Stelle pausiert und den Schülerinnen und Schülern automatisch Fragen und Aufgaben zum Film stellt. Damit müssen sich die Kinder vertieft mit dem Inhalt auseinander setzen.

Ich fange meist mit einfachen Fragen an, welche die Kinder gar mit Multiple-Choice beantworten können. Etwa so: „Ahnst du es schon? Was wird das Ergebnis dieses Teilschrittes sein?“ So müssen die Schülerinnen und Schüler aktiv mit denken und zuerst eigene Vermutungen kund tun, bevor sie im Lehrfilm die Lösung und den Lösungsweg sehen. Wenn die Grundkompetenzen eingeführt sind, so werden die Aufgaben immer schwieriger. Zum Beispiel fordere ich die Kinder in Mathe auf, weitere, analoge Aufgaben in das Matheheft zu lösen und die Lösung einzutippen. Nur dann geht der Film weiter.

Die Möglichkeiten sind gross. Hier ein paar weitere Fähigkeiten, welche die virtuelle Lehrperson beherrscht:

  • Die Fragen können als Muliple Choice, Mehrfachantwort, Texteingaben, Umfragen und weiteren Unterprechungen zusammen gestellt werden.
  • Je nachdem, was für eine Antwort das Kind gegeben hat, kann eine unterschiedliche Rückmeldung erscheinen.
  • Antworten werden automatisch korrigiert und auf Wunsch bewertet.
  • Je nachdem, ob die Antwort richtig oder falsch gewesen ist, geht es an einer anderen Stelle des Filmes weiter. Achtung: Wenn man mit dieser Funktion einen früheren Part des Filmes nochmals abspielt, so kann eine Schlaufe entstehen, aus welcher das Kind nicht mehr heraus kommt.
  • Die ganze Klasse kann an einem virtuellen Board diskutieren. Diese Option eignet sich gut für offene Fragen.
  • Wenn die Lehrperson dies zulässt, können Aufgaben nochmals gelöst und verbessert werden.
  • Direkt aus dem Tool werden zusätzliche Informationen aus dem Internet verlinkt.
  • Mit Textfeldern können die Kinder noch offene Fragen und Unklarheiten der Lehrperson kund tun.
Die Schülersicht: Lernfilm rechts, automatisch eingeblendete Aufgabe links.

Vorteile

Lernende werden so eng an die Hand genommen und trotzdem müssen sie sich aktiv am Lernprozess beteiligen. Es besteht aber kein Zeitdruck, die Lerninhalte gemeinsam mit der Klasse in einer Durchschnittszeit zu erreichen. Jeder kann in seinem eigenen Lerntempo arbeiten.

Die Vorteile für die Lehrperson und die weitere Unterrichtsplanung sind aber ebenso gewichtig. Die Lehrperson hat ein Backend-Login, mit welchem alle Antworten und Arbeiten der Kinder betrachtet werden können. Die Eingaben der Kinder wurden automatisch kontrolliert. Die Resultate werden übersichtlich dargestellt. Nun wissen Sie, welche Schülerinnen und Schüler das Thema bereits gut begriffen haben und welche noch Mühe haben. Auch kennen Sie die Aufgaben, welche generell der Klasse Schwierigkeiten bereitet haben. Dieses Wissen können Sie nun für die weitere Unterrichtsplanung und Unterstützung mit einbeziehen. Damit lässt sich auch die Übungs- und Festigungsphase bestmöglich individualisieren.

Die Auswertung mit richtigen, korrigierten und falschen Antworten.

Fazit

Playposit (und alternativ auch Edpuzzle) machen Lehrfilme erst so richtig wirkungsvoll. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten damit gewissenhaft und im eigenen Tempo. Sie wissen, dass die Lehrperson ihre Arbeit detailliert auswerten kann. Sie nutzen dies für die Individualisierung und um bei Problemen per Video-Chat weiter helfen zu können.

Ich setze Playposit auch im regulären Unterricht als Hausaufgabe erfolgreich ein. Die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen. Unter normalen Umständen lässt sich Playposit in die Methode „Flipped Classroom“ integrieren, worüber ich bereits mehrere Blogbeiträge geschrieben habe.

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