Fernunterricht: 5 Tipps damit Ihre Videokonferenz gelingt

Von null auf hundert wurden Schülergespräche, Klassenbesprechungen und Meetings in den virtuellen Raum verlegt. Mit diesen Tipps gelingt der Videochat besser.

Soziale Distanz abbauen und Beziehung pflegen

Ein Problem des Fernunterrichts ist die soziale Distanz. Den Schülerinnen und Schülern wurde ihr tägliches soziales Umfeld genommen. Dazu gehören Klassenkameraden aber auch Sie als Bezugsperson. Pflegen Sie die Beziehung zu den Kindern weiterhin auf kreative Weise.

Einsatzmöglichkeiten

Sie könnten persönliche Videogespräche einsetzen, um mit den einzelnen Kindern wöchentlich persönlich auszutauschen und sie zu unterstützen. Der grosse zeitliche Aufwand lohnt sich!

Einführungen können per Livestream oder Gruppengespräch zu einem festen Zeitpunkt gemacht werden.

Wie wäre es mit einem täglich fest definierten Zeitfenster, in welchem Sie für Erklärungen am Videochat zur Verfügung stehen? Viele Konferenztools bieten sogar eine Whiteboardfunktion für Erklärungen an.

Auch Elterngespräche können weiterhin geführt werden. An meiner Klasse buchen die Eltern auf Wunsch ein Zeitfenster.

Manche Tools lassen unmoderierte Gruppenräume mit limitierter Platzzahl zu. Damit lässt sich die gemeinsame Pause wieder einführen. In meiner Klasse treffen sich die Kinder an definierten Tagen um 10:00 Uhr in wechselnden 4er-Gruppen zu gemeinsamen Pausen. Ich schaue nur manchmal als Pausenaufsicht kurz hinein.

Selten ergiebig sind Konferenzen mit der ganzen Klasse. Wägen Sie Nutzen, Aufwand und technische Einschränkungen miteinander ab.

Tipp 1: Zeigen Sie sich den Schülerinnen und Schülern

Dank Screensharing können Sie gut mit einem Whiteboard erklären oder eine Präsentation abspielen und kommentieren. Doch die Kinder wollen Sie sehen! So langweilen sie sich auch weniger oder machen gar etwas anderes nebenbei. Schalten Sie also so oft wie möglich in den Webcam oder kombinierten Modus.

Selbst bei Screensharing können Sie mit etwas Aufwand in zweigeteiltem Bildschirm eine Präsentation zeigen und nebenan das Bild ihrer Webcam.

Tipp 2: Die richtige Kamera-Einstellung

Bei Tablets, Smartphones und Laptops ist die Gefahr gross, dass von unten her gefilmt wird. Niemand möchte während des ganzen Meetings in Ihre Nasenlöcher sehen. Stellen Sie den Laptop auf ein paar Bücher, damit die Kamera auf Augenhöhe ist.

Tipp 3: Halten Sie Blickkontakt

Gerne ist man verleitet, auf die Bilder der anderen zu starren. Wenn Sie aktiv sprechen, sollten Sie aber direkt in die Kamera blicken. Das gibt dem Betrachter das Gefühl von direktem Blickkontakt und er fühlt sich mehr angesprochen.

Tipp 4: Nutzen Sie technische Möglichkeiten

Machen Sie sich mit dem Konferenztool vertraut. Testen Sie jede Funktion mit Ihrer Familie oder Freunden, damit Sie wissen, wie Sie die Funktionen zuschalten können und wie es auf der Schülerseite aussieht. Auch kennen Sie so die Stolpersteine für die Anwender.

Beim Testen im selben Raum sollte das Mikrofon auf stumm geschaltet werden, damit es keine Rückkopplung gibt.

Viele Konferenztools bieten ein Whiteboard, Screensharing und Chat an. Bei manchen Tools lässt sich sogar das Tablet zuschalten, damit man darauf mit dem Stift besser erklären kann. Weiter lassen sich die Zuhörer oft stumm schalten. Manche Tools nehmen das Meeting auf, damit man die Aufnahme abwesenden Kindern weiterleiten kann oder damit Zuschauer die Erklärung nochmals ansehen können.

Es wird selten vorkommen, dass ein Videomeeting ohne Probleme abläuft. Oft ist das technische Problem bei den Zuhörern, wo Sie kaum Support leisten können. Haben Sie Geduld mit sich, den Teilnehmern, dem Tool und der Situation. Nehmen Sie Druck weg.

Durch gute Vorbereitung können Sie sicher stellen, dass das Problem nicht bei Ihnen liegt. Dazu gehört auch, dass Ihre Mitbewohner auf Streaming in dieser Zeit verzichten, um die Kapazität für Ihr Meeting frei zu geben.

Tipp 5: Binden Sie die Zuschauer ein

Stellen Sie bei Gruppengesprächen zwischendurch aktivierende Fragen. So verhindern Sie, dass die Zuschauer abhängen. Nutzen Sie auch die Chatfunktion. Damit können Schülerinnen und Schüler ohne zu stören Fragen eingeben, welche Sie live beantworten können.

Handelt es sich um eine Einführung von neuen Lerninhalten, so halten Sie die Kinder nicht unnötig lange fest. Wer es verstanden hat, darf das Meeting verlassen.

Die Wahl des richtigen Videotools

Entscheiden Sie sich für ein einziges Meetingtool, welches Sie für alle Aufgaben an Ihrer Klasse einsetzen. Es gibt zahlreiche Meetingtools, welche alle ihre Vor- und Nachteile haben. Viele Tools haben eine kostenlose Version oder sind während der Corona-Krise für Schulen kostenlos. Informieren Sie sich beim Betreiber.

Der Einsatz des Platzhirschen Zoom ist aus datenschutz- und sicherheitstechnischen Gründen nicht bedenkenlos. Deswegen hat der Datenschützer des Kantons Zürich das Tool nur während der Corona-Krise freigegeben und nur unter der Bedingung, dass das DPA unterzeichnet und rückgesandt wird.

Stattdessen wird der Einsatz von Jitsi.org empfohlen. Es ist besser mit dem Datenschutz vereinbar und kann ohne Registrierung genutzt werden, selbst für Sie als Lehrperson. Teilen Sie einfach den Link zu dem eben erstellten Raum. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, Ihren Screen zu teilen, Teilnehmer stumm zu schalten oder zu Chatten. Leider wird Jitsi nur von modernen Browsern wie Chrome oder Firefox unterstützt.

Fazit

Meetingstools bieten zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie mit Ihrer Klasse kommunizieren können. Machen Sie sich die heutige Technik zunutze!

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4 Idee über “Fernunterricht: 5 Tipps damit Ihre Videokonferenz gelingt

  1. Olly Dubois sagt:

    Hallo Ursin

    Vielen Dank für deine wertvolle Arbeit. Du empfiehlst zoom als geeignetes Tool für Videokonferenzen. Das empfinde ich als problematisch, das zoom die Daten der Nutzer sammelt und verkauft. https://www.watson.ch/!106601868?utm_medium=social-team&utm_source=facebook&utm_campaign=fb_news&fbclid=IwAR30ZSqxyx1GZSWj2T904hy_L4c1HQcNNftqoo4_r9sEr9bEjfgRP-hGAjs
    Da gibt es eine viel sicherere Alternative aus der Schweiz. https://schools.learneasy24.com/b/

    Lieber Gruss
    Olly

    • Ursin Tanner sagt:

      Hallo Olli

      Danke für deinen Hinweis. Du hast recht, die Verwendung von Zoom birgt einige ungeklärte Fragen. Die Bildungsdirektion Zürich hat ihre Angaben auf der Homepage angepasst. Der Datenschützer erlaubt das Tool während der Corona-Krise und mit der Unterzeichnung und Rücksendung desDPA.

      Viele Grüsse
      Ursin

  2. Lea Condrau sagt:

    Lieber Ursin
    Danke für deinen Beitrag.
    Die Pausenidee finde ich super. Machst du das auf Zoom?
    Ich arbeite mit Microsoft Teams und ich frage mich ob ich mich da auch selbst in die Gruppen einwählen kann. Weisst du das?

    Liebe Grüsse Lea

    • Ursin Tanner sagt:

      Liebe Lea

      Die digitale Pause macht in kleinen Gruppen Sinn. Mit der ganzen Klasse würde es zu chaotisch. Ich ordne immer vier zufällig definierte Kinder einem Raum zu.
      Bei vielen Konferenz-Anwendungen muss der Ersteller des Videochats als Moderator dabei sein. Möglich wird dieser Einsatz bei Tools, in denen die Lehrperson mehrere Räume für die gleichzeitige Nutzung bereitstellen kann. Bei Zoom ist dies nicht der Fall. Ich nutze für die Pausen Meetfox. Je nach Abo ist die Raumgrösse hier auf 3 zusätzliche Teilnehmer beschränkt. Während der Krise ist es mit dem Code „remotework“ für 60 Tage kostenlos. Die beste Lösung wäre, wenn deine Schule BigBlueButton aufgesetzt hat, das hat dieses Feature sogar absichtlich integriert.
      Bevor du eine digitale Pause einführst, solltest du dein Videokonferenz-Tool mit mehreren Geräten zusause testen: Kann man mehrere Räume gleichzeitig betreiben? Können die Teilnehmer auch ohne Moderator den Raum betreten? Für letztere Frage muss bei manchen Tools die Option „Vor dem Moderator betreten“ ausgewählt werden.
      Falls dein Tool diese Optionen nicht unterstützt, kannst du die digital Pause auch anpassen: Es haben nicht alle zur gleichen Zeit Pause. So kann ein einzelner Raum als Pausenraum dienen. Vielleicht musst du dich zu den Wechselzeiten dazu schalten und die abgelaufene Gruppe aktiv verabschieden, damit die neuen ungestört plaudern können. Sollte dein Tool einen Moderator benötigen, so bleibst du als Pausenaufsicht dabei, kannst aber deine Kamera, Mikrofon und Lautsprecher ausschalten. Verabschiede dich aktiv und erkläre die technischen Umstände. Die Kinder werden es verstehen. Halte das Programm im Hintergrund.

      Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen.
      Viele Grüsse
      Ursin

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