5 digitale Dinge, welche Sie vom Fernunterricht übernehmen sollten.

Der Fernunterricht hat die Schule auf den Kopf gestellt. Sie musste vielerorts neu erfunden werden. Sinnvolle Erkenntnisse sollten Sie für den normalen Unterricht übernehmen.

Eingrenzung

Es liegt in der Natur dieses Blogs, dass ich mich auf digitale Learnings beschränke. Es gibt selbstverständlich viele weitere gute Dinge, welche man übernehmen sollte.

Ich denke da nicht nur an methodisch-didaktische Ansätze, sondern auch an administrative Abläufe. Noch nie in meiner Schulkarriere konnte ich mich so auf das Unterrichten fokussieren wie zu Zeiten des Lockdowns. Keine unnötigen Meetings, keine schulinternen Arbeitsgruppen, keine Leerläufe. Ich habe die Schule optimiert erlebt und hoffe, dass auch die Leitungen daraus Erkenntnisse mitnehmen. Doch damit soll sich ein anderer Blog befassen. Kurz: Auch wenn ich mich auf die Schülerinnen und Schüler freue, so werde ich die Zeit vermissen, in der es nur um Beziehungspflege zur Klasse und Lernen ging.

1) Sammeln Sie Email-Adressen und nutzen Sie diese

Zu Beginn der Krise haben fehlende E-Mail-Adressen Stress bei so mancher Lehrperson ausgelöst. Deswegen sollten Sie bei jedem neuen Klassenzug nicht nur nach der Adresse und Telefonnummer, sondern auch nach der Email-Adresse fragen.

Und wenn Sie diese schon haben, so können Sie diese auch nutzen. Verteilen Sie Informationen und Dokumente auf digitalem Weg. So können Sie sicher sein, dass sie auch übermittelt werden und Sie haben einen Weg, Eltern jederzeit und von jedem Ort aus zu erreichen.

Darüber hinaus macht es Sinn, auch für die Schülerinnen und Schüler Email Adressen einzurichten und zu nutzen. Das benötigt meist ein schulinternes Konzept. Das öffnet nicht nur einen neuen Kanal, sondern schult die Kinder auch in der Nutzung dieses für die Berufswelt wichtigen Kommunikationsmittels.

Was für das Sammeln der E-Mail Adressen gilt, sollte auch für die Erhebung der Infrastruktur zuhause gelten. Fragen Sie zu Beginn jeden Jahrgangs, welche Geräte zuhause für Schularbeiten zur Verfügung stehen und wie es um Internetverbindungen steht. Das eröffnet Ihnen neue Möglichkeiten für die Hausaufgaben.

2) Sammeln Sie Links zentral

Ordnung ist das halbe Leben. Das gilt besonders für Linksammlungen. Mit einer zunehmenden Zahl an genutzten Onlinetools verhindert eine von Ihnen verwaltete Sammlung der Internetlinks ein Chaos. Verzichten Sie auf Linksammlungen auf Papier. Diese können nicht live verändert werden und bergen die Gefahr von Abtippfehlern.

Sammeln Sie die Links online auf einer Plattform wie start.me, symbaloo, mystart oder padlet. Setzen Sie das Board auf öffentlich. Von nun an müssen sich die Kinder nur noch diesen einen Link merken und erhalten damit Zugriff auf alle Internetseiten Ihrer Klasse. Sie können das Board stetig verändern und alle Kinder haben immer die neuste Version. Niemand kann mehr sagen, dass sie eine Seite nicht gefunden hätten.

Im besten Fall kürzen Sie den Link mit einem URL-Shortener.

Was für die Klasse gilt, das sollte auch für Sie selbst gelten: Sammeln Sie Ihre Links zentral. Ich selbst nutze auch schulisch und privat eine start.me Seite. Selbst für das interaktive Board habe ich eine solche Seite erstellt.

3) Nutzen Sie Online-Tools

Die Corona-Krise war online-technisch ein Segen. Täglich habe ich neue Tools kennen gelernt. Diese haben einen neuen berechtigten Stellenwert erhalten und sind in der Akzeptanz bei Eltern, Kindern und Lehrpersonen gestiegen.

Der Fernunterricht hat es bewiesen: Die Kinder können auch von zuhause aus an Online-Tools arbeiten. Setzen Sie Ihre Favoriten also weiterhin gewinnbringend ein.

Haben Sie den Mut, neue Tools auszutesten. Speichern Sie bewährte Tools in einer privaten Linksliste ab. Während des Fernunterrichts haben bei mir die Tools Loom und Lernpfad Aufmerksamkeit gewonnen und werden auch weiterhin einen festen Platz in meinem Unterrichtsalltag haben. Bestimmt haben Sie Ihre eigenen Favoriten, welche Sie jetzt nicht vergessen sollten.

4) Nutzen Sie ein LMS (Learning Management System)

Glücklich waren in der Krise jene Lehrpersonen, welche bereits an ihrer Klasse mit einem LMS gearbeitet haben. Sie hatten ein System, auf welchem zentral der Schulalltag gemanagt werden kann. Ein gutes LMS ermöglicht die Verwaltung von Aufgaben, bietet Kontaktmöglichkeiten, Chats, Blogs und Nachrichten, bietet einen Dateiaustausch und kann auch als Fotoalbum her halten. Was in Zeiten des Fernunterrichts die Arbeit vereinfacht hat, kann dies auch im normalen Unterricht tun, selbst wenn man nicht alle Funktionen nutzt. In diesem Blogartikel habe ich zu beginn einige verbreitete LMS vorgestellt.

5) Fernunterrichten Sie auch weiterhin ab und zu.

Die Kinder wurden durch den Fernunterricht in Selbständigkeit, Selbstorganisation und Arbeitsdisziplin gestärkt. Nutzen und trainieren Sie dies auch weiterhin.

Sie als Lehrperson haben sich durch den Fernunterricht ebenfalls weiter entwickelt und sich neue Fähigkeiten angeeignet. Damit wurde Ihr methodisches Repertoire erweitert. Auch Fernunterricht bietet zu normalen Zeiten Vorteile, welche ich bereits vor einem Jahr in einer ganzen Blogartikel-Serie beschrieben habe.

Die Methode nennt sich Flipped-Classroom. Kurz zusammengefasst lässt es sich so erklären:

Die Lernphase im Unterricht und die Trainingszeit während den Hausaufgaben werden ausgetauscht. Damit kann jedes Kind in seinem eigenen Tempo lernen. Sie als Lehrperson kennen schon aus der Ferne formative Auswertungen und können damit den Unterricht für den kommenden Tag vorbereiten. Die Schülerinnen und Schüler erscheinen gut vorbereitet im Unterricht und können individuell während der Trainingsphase gefördert werden.

Wenn Sie mehr über Flipped Classroom erfahren möchten, dann fangen Sie bei dem ersten Artikel an: Flipped Classroom

Vom eigenen Fernunterricht profitieren

Behalten Sie auch persönliche positive Veränderungen im normalen Unterricht bei! Wir haben ein PDF Formular für Ihre Schülerinnen und Schüler erstellt, mit welchem bewährte Dinge Ihres Fernunterrichts entdeckt werden können. Nehmen Sie mit Ihrer Klasse diese wertvollen 20 Minuten, um Ihren Unterricht dauerhaft zu optimieren.

Was sind Ihre Lehren aus dem Fernunterricht?

Selbstverständlich haben diese vorgestellten Punkte keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt so viel aus dem Fernunterricht zu lernen. Was haben Sie aus dem Fernunterricht gelernt? Die anderen Lehrpersonen freuen sich, Ihre Erfahrungen in den Kommentaren zu lesen und von Ihnen zu lernen. Vielen Dank, dass Sie uns daran teilhaben lassen.

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4 Idee über “5 digitale Dinge, welche Sie vom Fernunterricht übernehmen sollten.

  1. Manu sagt:

    Danke für den Beitrag. Als Linksammlung/Bookmarkmanager kann ich zudem raindrop.io empfehlen – inklusive Sharingfunktion.

  2. Martin sagt:

    Nehme auf jeden Fall die Erfassung des Gerätebestands in meine Abklärungen zu Beginn des Schuljahres auf und werde dein PDF zur Evaluation einsetzen. Danke Ursin. Ich staune immer wieder, wie viele tolle Tools du ausprobierst, uns hier vorstellst und wie schnell du den Überblick in der ganzen Vielfalt behältst!
    Ich habe Microsoft 365 (Teams / Kursnotizbuch) mit meinen SuS ausgiebig genutzt. Viele Optionen; wertvoll, wenn eine Schule diese Infrastruktur bietet.. Einzig mit den Möglichkeiten von Forms bin ich noch nicht ganz glücklich und werde mir deine Ideen zu formativen Testsystemen noch genauer unter die Lupe nehmen…

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